...oder zumindest im Tank haben wir an diesem Wochenende. Ein Wochenende gefüllt mit dem Gequitsche von Bremsen, dem Geruch von Benzin und verbranntem Gummi, dem Röhren von Motoren, dem Surren von Turboladern und dem Schweiß der Fahrer und Boxencrew unter der flirrenden Hitze Australiens.
Noch vor vier Wochen deutete alles darauf hin, dass die Australischen Formula SAE Meisterschaften ohne uns stattfinden würden. Vom Wagen war außer ein paar Einzelteilen noch nichts zu sehen und im Versuch den Motor auf Ethanol zu trimmen verabschiedete sich dieser mit einer Rauchwolke ins Nirvana.
Dennoch wird der Rennwagen am Freitag aus dem Transporter in die Boxengasse geschoben; dank unzähligen Tag- und Nachtschichten des Rennteams irgendwie doch noch fertig gestellt. Die Athmosphäre ist dennoch alles andere als entspannt, das Auto ist so gut wie ungetestet, ungetuned und die Fahrer haben gerade mal zehn Minuten Erfahrung mit dem Auto sammeln können. Aus dieser denkbar ungünstigen Konstellation heraus erwartet uns nun ein Wochenende mit verschiedenen Rennen und einem weiten Feld an Wettbewerbern; aus ganz Australien, aber auch Japan und Thailand kamen über zwanzig Teams angereist, um ihre selbstentworfenen Rennautos aneinander zu messen.
Die Inspektion - ein stundenlanges Prozedere mit verschiedensten Prüfungen zur Feststellung der Sicherheit und Regelkonformität - verläuft zunächst unglaublich gut. Während sich die Schlange vor uns nach und nach lichtet und die Teams zum Nachbessern in die Box geschickt werden, läuft es bei uns einwandfrei. Zu einwandfrei, ein ungutes Gefühl der Vorahnung schwebt wie eine düstere Wolke am blauen Himmel über uns.
Über Nacht lässt sich dann doch noch eine neue Kupplung auftreiben und der letzte große Tag steht an: Das Endurance Rennen. Dieses Rennen ist die Härteprüfung für die Rennwagen, in 32 Runden mit Fahrerwechsel wird der Rennwagen auf Herz und Nieren getestet. Unsere Zuversicht ist nunmehr reduziert auf "hopes and dreams", die Ziellinie gerade im härtesten aller Events zu überqueren scheint fernab jeder Realität.
Und doch - der Rennwagen läuft und läuft und läuft...
...lässt sich auch von Hindernissen nicht aufhalten...
...lässt sich auch von Hindernissen nicht aufhalten...
...vorbei am Autofriedhof aus bereits ausgefallenen Autos...
...auf den fünften Platz! So richtig ist keinem klar, wie wir das geschafft haben - aber trotz fehlenden Feintunings und unvorbereiteten Fahrern ist der Wagen eigentlich recht schnell. Obendrein ist unser Rennwagen dabei auch noch der sparsamste, sodass wir mit der Trophäe für Benzinökonomie zur Afterparty fahren.
Zugegebenermaßen kein überragendes Ergebnis - aber angesichts der prekären Ausgangslage sind alle begeistert. Nächstes Jahr, mit gewissen aerodynamischen Optimierungen eines gewissen deutschen Studenten wird es bestimmt der erste Platz... :)
Zugegebenermaßen kein überragendes Ergebnis - aber angesichts der prekären Ausgangslage sind alle begeistert. Nächstes Jahr, mit gewissen aerodynamischen Optimierungen eines gewissen deutschen Studenten wird es bestimmt der erste Platz... :)
Zuletzt noch ein kleines Video - allerdings kommen darauf weder Athmosphäre, noch Geschwindigkeit adäquat rüber. Ein Indikator, wie schnell und hart das Rennen ist, sind eher unsere Fahrer: Sogar unser zweiter Fahrer, immerhin australischer Go Kart Meister, ist nach seinen 16 Runden fix und alle...

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