Sonntag, 13. Dezember 2009

Benzin im Blut...


...oder zumindest im Tank haben wir an diesem Wochenende. Ein Wochenende gefüllt mit dem Gequitsche von Bremsen, dem Geruch von Benzin und verbranntem Gummi, dem Röhren von Motoren, dem Surren von Turboladern und dem Schweiß der Fahrer und Boxencrew unter der flirrenden Hitze Australiens.

Noch vor vier Wochen deutete alles darauf hin, dass die Australischen Formula SAE Meisterschaften ohne uns stattfinden würden. Vom Wagen war außer ein paar Einzelteilen noch nichts zu sehen und im Versuch den Motor auf Ethanol zu trimmen verabschiedete sich dieser mit einer Rauchwolke ins Nirvana.
Dennoch wird der Rennwagen am Freitag aus dem Transporter in die Boxengasse geschoben; dank unzähligen Tag- und Nachtschichten des Rennteams irgendwie doch noch fertig gestellt. Die Athmosphäre ist dennoch alles andere als entspannt, das Auto ist so gut wie ungetestet, ungetuned und die Fahrer haben gerade mal zehn Minuten Erfahrung mit dem Auto sammeln können. Aus dieser denkbar ungünstigen Konstellation heraus erwartet uns nun ein Wochenende mit verschiedenen Rennen und einem weiten Feld an Wettbewerbern; aus ganz Australien, aber auch Japan und Thailand kamen über zwanzig Teams angereist, um ihre selbstentworfenen Rennautos aneinander zu messen.

Die Inspektion - ein stundenlanges Prozedere mit verschiedensten Prüfungen zur Feststellung der Sicherheit und Regelkonformität - verläuft zunächst unglaublich gut. Während sich die Schlange vor uns nach und nach lichtet und die Teams zum Nachbessern in die Box geschickt werden, läuft es bei uns einwandfrei. Zu einwandfrei, ein ungutes Gefühl der Vorahnung schwebt wie eine düstere Wolke am blauen Himmel über uns.

Und tatsächlich - beim Bremstest reißt das nicht ordentlich fixierte Kupplungskabel und die Kupplung raucht ab. Ein Desaster, eine Ersatzkupplung und die passenden Kabel sind weit und breit nicht in Sicht. Eine abenteuerlichen provisorischen Konstruktion aus einem verbogenen Bremspedal wird kurzerhand als Kupplungsersatz verwendet und der erste Gang mit Gewalt reingehauen. Auf Kosten eines zerstörten Differentials schaffen wir damit aber immerhin, den Bremstest zu absolvieren. Allerdings sind zu diesem Zeitpunkt das Beschleunigungsrennen (ähnlich der berühmten Quartermile wie in Fast & Furious) und Skidpad (Parcour in Form einer 8 zum Testen der maximalen G-Kräfte) schon vorbei und damit auch unsere ohnehin schon geringen Hoffnungen auf das Siegertreppchen. Tiefpunkt erreicht.

Über Nacht lässt sich dann doch noch eine neue Kupplung auftreiben und der letzte große Tag steht an: Das Endurance Rennen. Dieses Rennen ist die Härteprüfung für die Rennwagen, in 32 Runden mit Fahrerwechsel wird der Rennwagen auf Herz und Nieren getestet. Unsere Zuversicht ist nunmehr reduziert auf "hopes and dreams", die Ziellinie gerade im härtesten aller Events zu überqueren scheint fernab jeder Realität.

Und doch - der Rennwagen läuft und läuft und läuft...



...lässt sich auch von Hindernissen nicht aufhalten...



...vorbei am Autofriedhof aus bereits ausgefallenen Autos...



 ...auf den fünften Platz! So richtig ist keinem klar, wie wir das geschafft haben - aber trotz fehlenden Feintunings und unvorbereiteten Fahrern ist der Wagen eigentlich recht schnell. Obendrein ist unser Rennwagen dabei auch noch der sparsamste, sodass wir mit der Trophäe für Benzinökonomie zur Afterparty fahren.
Zugegebenermaßen kein überragendes Ergebnis - aber angesichts der prekären Ausgangslage sind alle  begeistert. Nächstes Jahr, mit gewissen aerodynamischen Optimierungen eines gewissen deutschen Studenten wird es bestimmt der erste Platz... :)

Zuletzt noch ein kleines Video - allerdings kommen darauf weder Athmosphäre, noch Geschwindigkeit adäquat rüber. Ein Indikator, wie schnell und hart das Rennen ist, sind eher unsere Fahrer: Sogar unser zweiter Fahrer, immerhin australischer Go Kart Meister, ist nach seinen 16 Runden fix und alle...


Donnerstag, 10. Dezember 2009

Drahteselerlebnisse



...einfach auf dem Weg von der Uni nach Hause...
(das dämliche Gelaber dazu gibt's gratis)

Sonntag, 22. November 2009

Great Ocean Road


Prolog

Wir schreiben das Jahr 1914. Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo wird von ganz Europa als willkommener Anlass genommen, sich gegenseitig die Köpfe einzuhacken. Auch die Australier ziehen scharenweise auf die andere Seite der Erde um Krieg zu spielen.
Vier Jahre später kommt gerade mal die Hälfte davon - zumindest physisch - gesund zurück. Um die frisch gebackenen Arbeitslosen beschäftigen zu können, wird die beliebteste aller Arbeits-beschaffungsmaßnahmen heranbemüht - der Straßenbau.

Die daraus entstandene Great Ocean Road wird im Reiseführer allerdings wesentlich heroischer als "von Kriegsveteranen errichtetes Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkriegs" angepriesen.

Vom Schweiß der Soldaten ist knapp ein Jahrhundert später nicht mehr viel zu spüren. Bewaffnet mit unseren Kameras machten wir uns auf den Weg, die  malerische Straße entlang des Ozeans zu entdecken. Zu Sina und mir gesellten sich noch unsere verbündeten Sightseeingkämpfer Katha (ganz links), Lisa (zweite von rechts) und Robert (rechts).


Unsere viertägige Expedition begann dort, wo die Reise letzte Woche aufgehört hat - im Surferstädchen Torquay.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass unser Sightseeingtrip mit etwas beginnt, was mit Sightseeing nicht das Geringste zu tun hat - mit Shoppen. Mit drei Mädels im Gepäck wird man wie magisch von Einkaufsmöglichkeiten angezogen, weshalb unser erster Stop den Surferoutlets in Torquay galt. Im Kampf gegen die Kleiderberge errangen dann zumindest Katha, Lisa, Sina und Robert beachtenswerte Erfolge in Form von Tops, T-Shirts, Hüten, Geldbeuteln und Flipflops - nur ich  schaffte es nicht, meine schwäbischen Wurzeln zu verleugnen und kam daher mit leeren Händen nach Hause.

Erschöpft vom Einkaufen beschlossen wir, den Nachmittag an Bell's Beach zu verbringen und die sagenumwobenen Riesenwellen dort zu begutachten. Zwar waren diese dann augenscheinlich gerade im Urlaub, aber der einsame Strand lud dennoch zu einem ausgiebigen Sonnenbad ein.

Getrübt wurde der strahlende Sonnenschein nur von denen von uns, die einfach nicht stillsitzen konnten und  uuuuunbedingt gegen den Widerstand ihrer Freundinnen rumturnen mussten... ;)



Die Great Ocean Road schlängelte sich von da an direkt am Meer entlang weiter und so konnten wir der Versuchung nicht wiederstehen und an einigen weiteren Stränden halt machen. Beeindruckend war dabei vor allem die Weitläufigkeit und Verlassenheit der Strände - meist waren wir ganz alleine und nur ab und zu trafen wir auf vereinzelte Surfer.



Im kleinen Fischerstädchen Lorne schlugen wir dann unsere Zelte auf und beschlossen mit einem tradititonellen BBQ den Abend. BBQen (von barbecue, zu dt. Grillen) ist die bevorzugte Freizeitbeschäftigung aller Australier. Überall gibt es öffentliche Grills, die man kostenlos benutzten kann, wenn man sie hernach wieder geputzt verlässt. Im Gegensatz zum rustikalen deutschen Grillen über Holzkohle wird hierzulande allerdings eher gebraten, da ein BBQ meist nur aus einer beheizten Metallplatte besteht. Das BBQen hier in Ehren, aber ich freue mich schon wieder auf mein erstes Steak mit Holzkohlegeschmack in Deutschland!

Unser Frühstück - auf dem BBQ gegrillte Spiegeleier mit Brötchen - mussten wir uns (zugegebenermaßen freiwillig) mit einigen Kakadus teilen. Immer wieder erstaunlich an diesen Vögeln ist der Anschein von Intelligenz. Wenn ein Kakadu einbeinig auf dem Tisch steht und sich selbst mit der anderen Kralle füttert, wirkt das geradezu beängstigend menschlich.





Auch ein Kookaburra, bei uns auch als lachender Hans bekannt, fand sich am Campingplatz ein. Außer Robert hat aber niemand sein namensgebendes Lachen gehört.


Überhaupt sahen wir in den nächsten Tagen unglaublich viele Tiere. In Lorne machten wir die Bekanntschaft mit einem netten kleinen Hai...


...am Strand in Apollo Bay mit ein paar Rosellas...


...mit einem zwei Meter langen Stachelrochen am Pier...

 
...mit faulen Koalas...


...mit einem Koalababy, das uns sogar zuwinkte...


...aber vor allem mit abertausenden von Fliegen. Die kleinen Biester können ganz schön nerven, wenn sie ständig um einen herumschwirren.


Auch ein Echidna und ein Wallaby liefen uns über den Weg, ohne sich allerdings die Zeit zu nehmen, sich von uns fotografieren zu lassen. Erstaunlich an den australischen Tieren ist deren ungewöhnliche Zutraulichkeit. Die Koalas etwa sitzen völlig unbeeindruckt direkt vor einem in den Eukalyptusbäumen und dösen vor sich hin, ohne sich von den gaffenden Leuten im mindesten stören zu lassen; von den Kakadus, welche sich neben einen auf die Parkbank setzen und um Brot anschnorren, ganz zu schweigen.

Der Höhepunkte der Great Ocean Road (ein multipler Höhepunkt, wenn man so will) sind jedoch  nicht die Tiere, sondern die atemberaubenden Felsformationen. Bei weitem am berühmstesten sind wohl die zwölf Apostel, sechzig Meter hohe, durch Erosion freigestellte Kalksteinfelsen - nach dem Uluru die meistfotografierten Objekte Australiens.


Man könnte annehmen, dass ihnen aufgrund des Namens eine religiöse Bedeutung zukommt - aber ganz im Gegenteil: Ursprünglich hießen die Felskolosse Sow and Piglets, zu deutsch Sau und Ferkel. Die Umbenennung  erfolgte im Rahmen einer Marketingkampagne in den 50ern, um mehr Touristen anzulocken. Im Übrigen sind es nicht einmal zwölf, sondern nur sieben Apostel - aber wer stört sich schon an solchen Details?
Neben den Aposteln gibt es aber noch etliche weitere beeindruckende Felsformationen, etwa den Razorback-Felsen...



...The Arch...


...die Bay of Boats...


...das Blowhole...


...Loch Ard Gorge, benannt nach dem dort zerschellten Schiff...


...oder die London Bridge. Letztere ist genaugenommen nur noch der London Arch, weil der zweite Bogen vor ein paar Jahren eingestürzt ist. Damals befanden sich zwei unglückliche Touristen gerade auf dem heute noch stehenden Teil der Brücke und mussten dort ausharren, bis sie schlussendlich mit dem Hubschrauber gerettet wurden.


Am beeindruckendsten waren für uns allerdings die Gibson Steps, in Fels gehauene Stufen, die direkt an der Felswand entlang nach unten zum Strand führen. Wenn man abseits der Touristenscharen am Fuße der riesigen Felswände entlangschlendert, ständig auf der Hut, nicht von den auslaufenden Wellen erwischt zu werden, wirken die Felsen wesentlich eindrucksvoller als von oben.


Zwergen-Katha vor Riesen-Felswand.


Während die Entdeckung von Tieren stets zu neuen Begeisterungsausbrüchen führte, hatten die Felsen jedoch einen gewissen Gewöhnungseffekt. Bestimmt werden auch einige von euch einfach über die Bilder heruntergescrollt haben und nach der zehnten Felsformation wie Sina "Oooooooooohhh... Nicht schon wieder Steine!" gedacht haben ;)

Außer Steinen bietet die Great Ocean Road aber noch wesentlich mehr. Begibt man sich ein paar Kilometer landeinwärts, trifft man auf eine fast tropische Vegetation. Beim Besuch der Erskine Falls fühlt man sich urplötzlich in den Dschungel versetzt. Der idyllische Bachlauf ludt geradezu ein, von Stein zu Stein entlangzulaufen und den Wasserfall aus der Nähe zu betrachten.



Entlang der Küste gibt es auch diverse Leuchttürme. Ein Leuchtturm bot sogar die Gelegenheit,  nach oben zu gehen und die Sicht von dort zu genießen - allerdings hatten wir das Pech, dass gerade Dreharbeiten für einen Film stattfanden und daher der Zugang temporär für Besucher nicht gestattet war.


Erstaunlich war auch das Landschaftsbild beim Blick ins Landesinnere. Sanft geschwungene Hügelketten, Wiesen, grasende Schafe und Kühe, kleine Seen - teilweise hatte man eher den Eindruck, sich irgendwo in Irland oder Schottland zu befinden denn in Australien.


Auch die Küste bestand längst nicht immer aus Kalksteinformationen oder Strand, teilweise bot sich ein wesentlich rauheres Bild.


Nicht nur die Landschaft, auch die Bewohner waren interessant. Ein Fischer in Apollo Bay erklärte uns stolz, wie sie am Vortag einen Makohai gefangen hätten und nahm sich viel Zeit, uns die ganze Geschichte zu erzählen. Er erklärte uns, dass der Mako einer der gefährlichsten Haie sei; zeigte uns die Kette und den Haken, mit dem der Hai gefangen worden ist und erklärte uns, wie er das Gebiss des Hais gesäubert hat. Anscheinend schneidet man einfach den Kopf des Hais ab und wirft ihn in eines der Hummernetze. Diese fressen dann das ganze Fleisch und am nächsten Morgen kann man das saubergenagte Gebiss einsammeln.


Ein weiteres interessantes Individuum lernten wir beim Erdbeerenpflücken kennen. Der Besitzer der Plantage lies uns verschiedenste Erbeersorten probieren und erklärte uns ausführlich, in welche Geschmacksrichtung die jeweilige Sorte geht, in welcher Nation welche bevorzugt wird, warum es in Australien ganzjährig frische Erdbeeren gibt, dass die ganzen Sorten von Firmen entwickelt und geschützt werden und dass er Gentechnik als nächsten logischen Schritt zur Züchtung erachte - solange in seine Erdbeeren keine Fischgene kommen.

Anscheinend bevorzugen die Europäer beispielsweise Erdbeeren mit einem erhöhten Säuregehalt während die Australier süße Sorten ohne Säure vorziehen. Erstaunlicherweise schmeckte man die Unterschiede deutlich heraus - für unsere europäischen Gaumen schmeckte die australische Sorte eigentlich nach nichts, während die europäische sehr viel schmackhafter war. Am aromatischsten war allerdings eine Sorte namens Albion, die allerdings laut  unserem Erdbeersommelier noch etwas Probleme mit Sonnenbrand hat...


Am Sonntagabend beschlossen wir unsere Expedition mit einem Ausflug in den Melbourner Vorort St Kilda. Nachdem wir an der Great Ocean Road jeden einzelnen Sonnenaufgang verschlafen und den Sonnenuntergängen aus unerklärlichen Gründen ebenfalls kaum Beachtung geschenkt hatten, wollten wir hier den Sonnenuntergang überm Meer anschauen und Pinguine beobachten.
Pinguine? Ja, tatsächlich Pinguine. Zwischen den großen Steinen am Pier bietet sich ihnen ein geschützer Platz zum Nisten und so kann man jeden Abend in der Dämmerung beobachten, wie die Pinguine vom offenen Meer zurückkehren und die Felsen hoch kraxeln. Was die Pinguine im doch recht warmen Melbourne überhaupt verloren haben, wussten wir allerdings auch nicht...




Ein schöne Ausklang zu einem tollen Trip - dem selbst das teils regnerische Wetter nichts anhaben konnte.

Sonntag, 15. November 2009

Surfen

Das Leben in Australien als Langzeit-Tourist hat längst nicht nur angenehme Seiten. Von den Erfahrungen anderer angestachelt spürt man ständig einen enormen Druck auf sich, möglichst viel Sightseeing zu machen, möglichst viele australische Tiere zu streicheln und dabei auch noch möglichst viele Fotos zu machen. Andererseits will man aber nicht als Tourist abgestempelt werden, der überall nur seine Kamera zückt, ein paar Fotos schießt und wieder verschwindet - dabei aber vom eigentlichen Leben vor Ort gar nichts mitbekommt.*
Zwar kommt einem beispielsweise der Verzehr von Känguruhfleisch wie eine erzählenswerte intensive australische Erfahrung vor; von den meisten Aussis wird man deswegen aber nur belächelt, weil diese das Känguruhfleisch generell verschmähen.

Es gibt jedoch auch Aktivitäten, mit denen sich beide Seiten vereinen lassen, unter anderem das Surfen. Zwar surft längst nicht jeder (genauer betrachtet weder meine Mitbewohnerinnen, noch meine Studienkollegen), aber das Klischee des Australiers, der den ganzen Tag nur am Strand liegt und surft, hat dennoch Bestand und ist teilweise sicherlich gerechtfertigt.

Um also sowohl einen neuen Aspekt des australischen Lifestyles kennen zu lernen, als auch ein paar Fotos von etwas typisch Australischem nach Hause zu bringen, musste ich früher oder später mal surfen gehen.
Eigentlich wollte ich es um jeden Preis vermeiden, für unnötige sportliche Aktivitäten mein hart verdientes Geld zu verschwenden - wer mich ein wenig kennt, wird wissen, dass ich in dieser Hinsicht kompromisslos geizig bin und für "extremere" Sportarten sowieso rein gar nichts übrig habe ;).

Damit man aber zu Hause auch was zu erzählen hat, nimmt man ab und an eben solche finanziell, psychisch und physisch belastenden Aktivitäten schweren Herzens in Kauf.

An diesem Wochenende machte ich mich also auf die lange und beschwerliche Reise nach Torquay, der "Surf Capital" Australiens. Torquay ist zumindest unter Surfern bekannt für den berühmten Bell's Beach, als Heimat der Marken Rip Curl und Quiksilver sowie als Anfang der Great Ocean Road (mehr dazu nächste Woche).
In Ermangelung eines Fahrzeugs verließ ich mich auf die öffentlichen Verkehrsmittel, die die kurze Fahrt zum Beach zu einem dreistündigen Trip aufplusterten. Ankunft in Torquay am Freitagmorgen.

Impressionen.


Torquay, hier die Einkaufsmeile. Anscheinend verdreifacht sich die Bevölkerung der Stadt während der Schulferien.


Hostel mit Teilnahme am leckeren Familienabendessen, seeeeeeehr unterhaltsamen Gästen und einem Laptop, der weder "N" noch "Löschen"-Taste hatte (wie einige von euch wohl bemerkt haben werden).


Einer von Torquays Stränden, der Torquay Surf Beach bei mäßigem Wetter, aber mit weichem Sand und angenehmem Wellengang. Zum Surfen etwas besser ist der danebenliegende Jan Juc (ausgesprochen nicht "Scha Schük", wie der sprachlich gewandte Europäer vermuten könnte, sondern einfach "Dschan Dschak"). Der beste Surfspot weit und breit, aber nicht für blutige Anfänger geeignet, ist der weltberühmte Bell's Beach mit bis zu drei Meter hohen Wellen.


Erste Surfstunde mit anderen Studenten des RMIT und riesigen geschäumten Surfbrettern.

Drei Tage später, nach täglich bis zu sechs Stunden Surfen, einem herben Sonnenbrand trotz Sunblocker, vielen kleinen Blessuren wie aufgeschürften Händen und Füßen, etwa hundert Liter Salzwasser im Magen, schlaffen Armen vom Paddeln, erschöpft und hundemüde - aber mit einem dicken, fetten Grinsen im Gesicht kam ich wieder zu Hause an. Masochismus kann so schön sein!!


*Eine kleine Anekdote dazu von einem schottischen Reisenden, der sich am Wochende über die verschiedenen Arten der Reisenden und deren Verhältnis zueinander ausgelassen hat (O-Ton):

"I like taking tours. I pay for a trip, have a guide pointing out the sights, take pictures, put them on my profile on facebook and then I'm happy. But I hate it when one of those bloody "real travelers" walks up to me and despises me for taking tours. Those dreadlocked bums walk up to me and fucking citicize me for taking tours, for using buses, for not playing the bongos and for not having a real connection to mother earth.
Fuck them, I judge them for being filthy bums relying on their rich English parents to support them while they're just smoking ganja, sleeping under the clear sky, never taking showers and playing the bongos all the fucking time. I judge THEM, they're not supposed to judge me back!!"

Zu deutsch etwa:

"Ich mag organisierte Reisetouren. Ich bezahle dafür, bekomme von einem Reiseführer alles gezeigt, knipse ein paar Fotos, stelle diese auf meinem Facebookprofil online und dann bin ich glücklich. Aber ich hasse es, wenn einer dieser verdammten "wahren Reisenden" auf mich zu kommt und mich dafür verachtet, Reisetouren zu buchen. Diese rastalockigen Penner kommen zu mir und kritisieren mich verdammt nochmal dafür, Touren zu buchen, dafür, Busse zu benutzen, dafür, dass ich keine Trommeln spiele und dafür, dass ich keine echte Verbindung zu Mutter Erde habe.
Scheiß auf diese Typen, ich verachte sie, da sie verdreckte Penner sind, die sich von ihren reichen englischen Eltern aushalten lassen, dauernd Gras zu rauchen, unter freiem Himmel schlafen, sich nie duschen und die ganze verdammte Zeit herumtrommeln. Ich verachte SIE, die sollen mich nicht zurückverachten!!"

Ich denke, die goldene Mitte zwischen diesen beiden Extremen zu suchen ist sicherlich nicht verkehrt ;)