Unser Surftrip nach Wilsons Prom - heute im Liveticker!
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Donnerstag, 24. Dezember 2009
20:21 - Beim Geschenkeauspacken kommt endlich das Geschenk ihres Bruders an die Reihe. Surfen!!?! Judith wirkt erschrocken. Was zum Teufel soll ich denn beim Surfen?
Freitag, 29. Januar 2010
17:08 - Judith und ich laufen gerade mit meinem Surfboard, zwei Schlafsäcken, einem Zelt und zwei Reisetaschen zur Bushaltestelle, als unser Bus an uns vorbei fährt. Mit vier Minuten Verfrühung.
Gepäck geschultert und losmarschiert, um den Zug doch noch irgendwie zu bekommen.
18:30 - Einen öffentlichen Nahverkehrsalptraum später kommen wir in Carlton an, wo wir auf die anderen Studenten treffen: Zum Surf Trip des RMIT Outdoor Clubs!
20:18 - Auf dem dreistündigen Roadtrip zu Wilsons Prom machen wir Halt in einem kleinen Örtchen im Nirgendwo, wo wir unser Abendessen in Form von Fish and Chips einnehmen. Der Fisch - übrigens Flake, was nichts anderes als Hai ist - schmeckt in jeder Hinsicht englisch.
23:18 - Wir kommen in Wilsons Prom an - dem südlichsten Ende Australiens! Gut, Tasmanien liegt noch südlicher, aber irgendwie scheint kein Australier die Insel wirklich zu Australien zu zählen. Zur Begrüßung werden wir erstmal gewarnt: Lasst keine Lebensmittel in den Zelten! Das riechen die Wombats sofort und fressen Löcher in die Zelte, um an Futter zu kommen... Wombats? Hier gibt es Wombats!!?!
23:34 - Erste Wombats durchstöbern unseren Lagerplatz. Als erstes entdecke ich einen dicken, fetten Wombatarsch unterm Auto.
Judith und ich veranstalten eine Wombatjagd - wer schafft es, ein Wombat zu streicheln?
Der Aufwand lohnt sich nicht - die Viecher sind ganz schön borstig.
23:58 - Ein kleiner, nächtlicher Trip zum Strand offenbart eine schöne Bucht, einen funkelnden Sternenhimmel und unglaublich feinen Sand. Traumhaft!
Samstag, 30. Januar 2010
9:14 - Traumhaft? Unser Urteil wir schnell revidiert als der aufkommende Wind dem feinen Sand am nächsten Morgen Leben einhaucht. Feinste Sandkörner überall. Mein Apfel knirscht beim Essen.
9:21 - In den Neopren gequetscht, Sonnenmilch drauf und ab ins Meer. Die Wellen entsprechen nicht annähernd den vorhergesagten epischen sechs Fuß. Vorhergesagt? Jawohl, in Australien gibt es neben der Wetter- auch eine Surfvorhersage...
Als Anfänger kommen uns die sauberen mittleren Wellen aber sowieso entgegen. Okay, ich bin ehrlich - ich habe mich schon auf zwei Meter hohe Brecher gefreut, auch wenn diese mich vermutlich zerschmettert hätten.
10:15 - Der Wind verwandelt die Surfbretter in umherwirbelnde Geschosse, wenn man nicht ständig aufpasst. Judith ist alles andere als begeistert, als sie von ihrem Board eine Kopfnuss verpasst bekommt.
Auf einen Tipp eines asiatischen Mitsurfers hin klappt es bei Judith dann aber überraschend gut. Sie bekommt viele Wellen und surft wenig später auf den Knien Richtung Strand. Ich dagegen kämpfe mit meinem Shortboard - das Teil ist zwar ein gutes Surfbrett, aber für Anfänger wie mich einfach zu kurz, zu dünn, zu schmal.
Auf einen Tipp eines asiatischen Mitsurfers hin klappt es bei Judith dann aber überraschend gut. Sie bekommt viele Wellen und surft wenig später auf den Knien Richtung Strand. Ich dagegen kämpfe mit meinem Shortboard - das Teil ist zwar ein gutes Surfbrett, aber für Anfänger wie mich einfach zu kurz, zu dünn, zu schmal.
12:32 - Die anderen gehen zum Mittagessen zurück ans Zelt, ich und Judith surfen weiter. Judith bekommt ihre zweite Kopfnuss. Ich tausche mein Brett gegen eines der Unieigenen Mini Mals - ein etwas längeres und daher leichter zu fahrendes Surfboard. Nach einem Morgen voll ergebnislosen Paddelns kann ich endlich richtig surfen.
14:16 - Judith steht das erste Mal auf dem Brett! Respekt. Hier gerade beim Hochdrücken...
17:03 - Völlig ausgepowered und trotz massivsten Einsatzes von Sonnencreme verbrannt kommen Judith und ich wieder am Zeltplatz an, nur um festzustellen, dass der Wind unser Zelt zerstört hat. Eine Zeltstange hat im Kampf gegen den Wind hilflos kapituliert.
Eine Prothese aus Holz, Kabelbindern und Klebeband wirkt aber angesichts des nach wie vor starken Windes ebenso wenig vertrauenserweckend wie ein Seil, mit dessen Hilfe man das Zelt von einem Baum hochspannen kann. Wir ziehen in das RMIT Ersatz-Wanderzelt um.
20:13 - BBQen. Während Möwen und Rosellas um uns herumflattern brutzeln Kühe und Schweine auf dem Grill.
Sonntag, 31. Januar 2010
2:47 - Die Nacht wird extrem ungemütlich. Wir liegen nicht nur direkt auf dem harten Boden, auch zerrt der Wind derart heftig am Zelt, dass an Schlaf nicht zu denken ist. Wir warten nur darauf, dass das Zelt aus der Verankerung gerissen wird und der Wind uns samt und sonders davonbläst.
8:32 - Für mich beginnt der Tag mit einer morgendlichen Surfsession. Judith, gerädert von der Nacht und vom Tag zu vor, bleibt mit einer entsprechenden Laune und einem Buch im Camp.
11:14 - Auch wenn die Wellen sehr angenehm reinkommen und das Surfen richtig Spaß macht, streiche ich gegen Mittag die Segel. Einfach keine Kraft mehr in den Armen. Da ich aber nicht bereit bin, einfach so nach Hause zu gehen, beschließe ich zum Squeeky Beach zu wandern. Die anderen - inklusive Judith - sind zu faul um mich auf die zweistündige Wanderung zu begleiten. Also geht es alleine los.
12:08 - Auf dem Weg spalte ich mit meinen unglaublichen Kräften einen riesigen, runden Felsbrocken. Schwieriger gestaltet es sich aber, alleine ein Foto davon zu machen. Die maximalen zehn Sekunden Selbstauslöser meiner Kamera resultieren in einigen Speedclimbingversuchen.
Kamera in Position bringen - abdrücken - lossprinten - ersten Fels hochklettern - auf zweiten Felsen springen - per Klimmzug auf Plateau hochhangeln - lächeln und hoffen, dass die zehn Sekunden nicht schon vorbei sind. Nach mehreren Versuchen unter der sengenden Sonne bin ich völlig erschöpft, aber ein akzeptables Bild ist im Kasten.
12:13 - Warum eigentlich Squeeky Beach - quietschender Strand? Das wird deutlich, sobald man seine Flipflops auszieht und barfuß über den Strand läuft. Irritierend unerklärlich, das Geräusch...
12:47 - Ein Abstecher zum Tidal Point, dem südlichsten Zipfel der Bucht, beschert mir auf dem Rückweg eine großartige Aussicht.
14:03 - Auf der Heimfahrt. Erstaunlich strapziös, so ein Surftrip. Judith wirkt fast etwas froh, wieder nach Hause zu können - auch wenn ihr das Surfen, so glaube ich zumindest, doch Spaß gemacht hat. Aber einfach vieeeeeeeeeeeeeeel zu anstrengend...



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